Allerheiligen / Allerseelen

Allerheiligen ist am 1. November, wo wir am Grab stehen und der Toten gedenken. Am 2. November ist ein ganz normaler Arbeitstag, nur die Schulen haben geschlossen. Da ist Allerseelen – sollten wir nicht dann der toten Seelen gedenken? Alles sehr verwirrend!

Allerheiligen ist ein christliches Hochfest, an dem seit 835 aller Heiligen gedacht wird.
Aber was heißt das jetzt genau? Heilige sind nicht nur Menschen, die vom Papst heilig gesprochen wurden, sondern auch jene Menschen, die ihren Glauben eher still und unspektakulär gelebt haben. Nach der heiligen Mutter Teresa bedeutet heilig sein, Gott zu erlauben, sein Leben in uns zu leben. Die aus dem Glaubensbekenntnis bekannte „Gemeinschaft der Heiligen“ bezog sich ursprünglich auf diejenigen, die am Heiligen – also der Eucharistie – teilhaben, folglich auf die Kirche als Ganze. Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören alle Menschen, die ihre Hoffnung auf Christus gesetzt haben und durch die Taufe zu ihm gehören, ob sie bereits gestorben sind oder noch leben. Weil wir in Christus ein Leib sind, leben wir in einer Himmel und Erde umspannenden Gemeinschaft.

An Allerseelen begeht die römisch-katholische Kirche seit 998 das Gedächtnis ihrer Verstorbenen und ist ebenfalls ein Hochfest. Gebete, Fürbitten und Eucharistie an Allerseelen sollen dazu beitragen, daß die Toten Vollendung in Gott finden. Das steht eng in Verbindung mit dem Fegefeuer als Ort der Läuterung und Reinigung der verstorbenen Seelen. Die Katholiken entzünden das sogenannte Seelenlicht als Symbol für das Ewige Licht, das den Verstorbenen leuchtet. Blumen und grüne Zweige auf den Gräbern stehen für die Hoffnung. Bei einer feierlichen Prozession durch die Friedhofsreihen segnet der Priester die Gräber, die vielerorts bereits am Nachmittag von Allerheiligen, dem arbeitsfreien staatlichen Feiertag, vorgenommen wird.

Kurz gesagt: Allerheiligen ist das Fest aller der in Christus Vollendeten – Lebende wie Tote,
Allerseelen dagegen ist der Gedenktag für die Verstorbenen, die noch keine Vollendung erlangt haben.

Allerheiligen und Allerseelen gehören demnach zusammen im Gedenken an alle, die uns wichtig sind. Lebende wie Verstorbene, Ahnen wie Nachkommen – mit allen sind wir verbunden und eins in Gott. Wir sind nur ein Glied in der Vergänglichkeit und werden uns einreihen, heute in dem Bewusstsein Teil eines Ganzen zu sein.
Das ist für mich Allerheiligen.

 

„For All the Saints“ ist ein englisches Kirchenlied aus dem Jahre 1868. Die Melodie gilt als eine der schönsten Kirchenlied-Melodien des 20. Jahrhunderts. Der Text ist ein Danklied an Jesus Christus für die Heiligen, für ihr Vorbild und die stärkende Gemeinschaft mit ihnen.

Melodie  Text

Das katholische Gotteslob enthält eine fünfstrophige Nachdichtung „Für alle Heiligen in der Herrlichkeit“

548

„Auld Lang Syne“ (längst vergangene Zeit) ist ein schottisches Lied, entstanden um 1788.
Im englischsprachigen Raum wird es traditionsgemäß zum Jahreswechsel gesungen, um der Verstorbenen des zu Ende gegangenen Jahres zu gedenken.

Video

Helga Tackner

 

 

Das Leben, die Seele und das Ich

Ist das Leben nach dem Tod das echte Leben oder ist es das, das wir auf Erden führen?

Das Leben ist ein Traum
Und wenn man stirbt, erkennt man, dass das Leben nur ein Traum war?
Aber wenn das Leben nur Traum ist, heißt das dann, dass alles was danach kommt, Realität ist? Ist das Leben nicht schon intensiv genug? Oder träumen wir unser Leben nur?

Reinkarnation
Ist demnach wiederholtes Träumen. Sozusagen eine Flucht aus der Wirklichkeit.
Nicht, dass die Wirklichkeit so furchtbar wäre, aber sie ist sicher furchtbar langweilig. Kann man etwas im nächsten Leben besser machen? Nein, weil dann wäre es ebenso langweilig!

Seelenwanderung
Ist es so, dass die selbe Persönlichkeit in einem neuen Körper wiedergeboren wird? Oder teilt sich die Seele wie eine Zelle und wir sind Zeit unseres Lebens auf der Suche nach dem anderen Teil, um wieder ganz zu sein? Macht das die Anziehung zwischen den Menschen aus?

Tag der Abrechnung
Muss man sich vor der Endabrechnung fürchten? Himmel – Fegefeuer – Hölle
Und was ist, wenn nicht nach gut und böse entschieden wird, sondern wenn es eine Frage des Mutes ist – die Frage wie mutig, engagiert und mitfühlend ein Mensch war?

Der Himmel auf Erden
Warum fühlt sich dann das Leben so echt an? Weil wir einen Körper zum Fühlen, Spüren, Erleben haben. Sollten wir das nicht genießen, solange es geht?

Fakt ist, die Zeit lässt sich nicht manipulieren. Für mich ist die Gegenwart meine Realität, gleich gültig in welcher Realität ich mich gerade befinde.

Helga Tackner

 

Zeit des Lebens

Dahin fliegt die Zeit
und mit ihr alle Menschen.
Was einmal war, ist längst vorbei,
sie stößt an keine Grenzen.

Erinnerung ein Trugbild ist,
sie lässt sich drehen und auch wenden.
Auch wenn man ihr viel Wert beimisst,
zerrinnt sie doch in Händen.

Doch das Leben ist kein Traum,
es hält viel Schönes uns bereit.
Festhalten können wir es kaum,
„Jetzt“ ist meine Wirklichkeit.

Helga Tackner