Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt (die Aufnahme/der Aufstieg des Herrn) bezeichnet die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel. Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag der Osterzeit, also 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert und fällt daher immer auf einen Donnerstag.
Die drei Tage vor Christi Himmelfahrt werden als Bitttage mit Bittprozessionen begangen, Feldumgänge als Fürbitte um eine gute Ernte.

Wie verhält es sich nun mit der Auferstehung und der Himmelfahrt?
Erfolgt bei Lukas 24,51 die Auffahrt in den Himmel am Ostertag, so findet sich in der Apostelgeschichte 1,3 eine Zeitangabe von 40 Tagen, während der er sich seinen Jüngern gezeigt hat.

Schauen wir mal in das Glaubensbekenntnis:
Das Nizäno-Kostantinopolitanische Glaubensbekenntnis von 325 und 381 n. Chr. liest sich folgendermaßen:
„Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden.
Ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel:
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“
Das apostolische Glaubenbekenntnis, wie wir es heute kennen, lautet:
„Gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tag auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitz zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Jesus stieg nach seinem Kreuzestod zunächst in ein „in der Tiefe“ lokalisiertes Jenseits hinab, aus dem er am dritten Tage wieder zu den Lebenden auferstand. Die Himmelfahrt Jesu bezeichnet demgegenüber das später folgende Ereignis, dass Jesus leiblich ins Jenseits gelangte, ohne nochmals zu sterben und ohne einen Leichnam zurückzulassen. Bei dieser Himmelfahrt stieg er in ein „in der Höhe“ gelegenes Jenseits auf. Hält man sich an die einzige konkrete Zeitangabe in der Bibel, so vergingen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt 40 Tage.

Das wäre eine mögliche Erklärung, die Auferstehung und die Himmelfahrt voneinander zu trennen. Aber ist das wirklich wichtig? Unterscheidet sich denn die Auferstehung von der Himmelfahrt und besteht nicht eine Gemeinsamkeit: der Eingang in die Herrlichkeit des Vaters, die Vereinigung des Irdischen mit dem Himmlischen - ein Vorgang, an dem wir alle Anteil haben.

Helga Tackner