Auferstehung - eine Frage des Glaubens

Seit 30 Jahren begleiten mich Gedanken, die mich bis heute beschäftigen: Warum muss die Erlösung durch das Kreuz kommen, warum gibt es keine Auferstehung ohne Tod?

Ist der Glaube an Auferstehung nicht ein leeres Gerede, das nur ein Vertrösten auf etwas ist, das ohnehin niemand beweisen kann?
Ist die Hoffnung nicht ein Wort, das jeder gebraucht – in Wahrheit lebt man so in den Tag hinein.
Ist das Wort Liebe nicht ein trügerisches Wort – die Realität um uns zeigt, wie wir Menschen und gegenseitig das Leben schwer machen.
Allerdings: Wer nicht glaubt, ist schon tot und wer nicht hofft, für den wird es schwer an die Zukunft zu glauben.
Wer nicht einen Funken Liebe in sich trägt, kann auch keine Liebe schenken und erfahren.

Um das Geschehen der Auferstehung zu erahnen, braucht es meiner Meinung nach 3 Schritte:
Den Tod akzeptieren
Die Realität Tod zu akzeptieren ist Teil unseres Lebens. Das Vergängliche begleitet uns täglich. Jede Veränderung, jeder Abschied ist zugleich Beginn neuen Lebens, auch wenn damit schmerzhafte Erfahrungen verbunden sind. Loslassen können ist ein erster Schritt zur Auferstehung.
Suchender bleiben
Die Suchenden werden finden. So wie die Jünger Jesus im leeren Grab gesucht haben, so sind wir Zeit unseres Lebens auf der Suche. Auferstehung erleben Menschen, die „zu Grunde“ gegangen sind, Gescheiterte, die Krisen erlebt haben und suchen. Gott ist vergraben im umwölktesten Herzen und es kann stündlich geschehen, dass er aufersteht.
Zweifel zulassen
So wie Thomas bekenne ich mich auch zum eigenen Zweifeln an die Auferstehung Jesu. Zweifel und Fragen sind oft wichtiger als große Antworten. Wer kann jene Dimension schon wirklich begreifen? Doch sich einen Funken von Glaube, Hoffnung und Liebe zu erhalten genügt, damit Unerklärliches erfahrbar wird.

Wer Scheitern erlebt hat und diesen Funken in sich trägt, wird Wandlung erleben. Wer am Totenbett sagen kann: „Alles wird gut“, ist der Auferstehung nahe.
Für mich hat Auferstehung mit dem Heute zu tun. Trotz Scheiterns wieder Aufstehen macht das Leben aus.

Robert Golderer 

 

 

Populär und populärer

Warum ist Weihnachten "populärer" als Ostern? Diese Frage stelle ich mir öfters, wenn es März und damit Frühling wird. Das Frühjahr ist doch die schönste Zeit im Jahr und Ostern feiern wir im Frühling. Aber warum geben trotzdem so viele Menschen dem Weihnachtsfest den Vorrang?

Offensichtlich deshalb, weil Ostern "sperriger" ist, nicht so harmonisch und kuschelig. Es geht eben nicht nur um die wiedererwachende Natur und bunt gefärbte Eier, sondern um letzte Fragen unser Leben betreffend. Es geht um Umkehr und Lebensänderung, vor allem aber um das Bleibende, wenn irdisches Leben zu Ende geht. Gibt es da noch etwas, wenn es "aus" ist? Gibt es jemanden, der Leben, neues Leben schenken kann? Diese Fragen kann man schnell abtun und mit Geschäftigkeit ersticken. Aber sie kommen unweigerlich wieder.

Unser christliche Glaube gibt darauf eine Antwort, keine leicht zu vermittelnde und keine leicht zu glaubende. Jesus Christus lebt, er ist nicht im Tod geblieben.
Das Leben ist stärker als der Tod.

Ich wünsche Ihnen allen schöne Ostern und eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem "sperrigen" Thema dieses Festes!

Ihr Hans Schreilechner, Dechant

 

 

Habe ich Probleme mit der Christusdarstellung am Kreuz?

 

Ich finde, Karfreitag ist die richtige Zeit, sich dieser Frage zu stellen.

Ist es nicht angenehmer und ästhetischer ein einfaches „leeres“
Holzkreuz anzuschauen? Als die Grausamkeit einer Kreuzigung plastisch vor Augen zu haben.

Ich gebe zu, ein einfaches Holzkreuz hat etwas Tröstliches.

Ist Jesus auf dem Kreuz vorhanden, ist es faszinierend, wie
unterschiedlich die Künstler Körper, Gesicht und Ausdruck darstellen. Aber soll uns Christus am Kreuz nicht an etwas anderes erinnern?

Ist nicht die Erlösung dadurch sichtbar? Die Erlösung Jesus von seinem Leiden durch den Tod und gleich bedeutend die Erlösung für uns alle.

Helga Tackner

Was gefällt Dir besser: Ein Kreuz mit oder ohne Korpus?

Sabine Dorfer (25)
Ohne, weil es künstlerisch besser und optisch ansprechender ist.
Heide Tömpe (70)
Mir gefällt beides. Bei einer Andacht gibt mir ein christusloses Kreuz mehr Innigkeit.
Gerhard Fagerer (62)
Mit, weil man sollte sehen, wer das war und jeder sollte wissen, worum es sich handelt. Ein Kreuz allein hat viele Bedeutungen.
Markus Schwarzmann ( 51)
Ohne, weil Jesus das Leiden nicht in den Vordergrund gestellt hat.
Inge Buchmayer (62)
Daheim habe ich ein Kreuz mit Korpus hängen. Zum Meditieren gefällt mir eines ohne besser.
Frieda Reiter (96)
Mit Korpus und es ist besser, wenn er was an hat.
Stefan Bohuny (78)
In einer Schulklasse und im Auto finde ich ein einfaches Kreuz besser. In der Kirche oder an der Wand ist es mit Korpus natürlicher.
Cynthia Ordònez de Weinberger (42)
Mit, weil man sieht, was er erlebt hat und als Erinnerung, was er für uns getan hat.
Roman Anlanger (80)
Verständlicher ist es mit Korpus, ohne läßt allerdings mehr gedanklichen Spielraum.
Angelika Pink (59)
mit, weil es das Menschliche darstellt und letztendlich war Jesus ein Mensch.
Herta Karl (73)
Mit, weil ich es so gewohnt bin.
Sonja Danner (36)
Ohne. Nicht die grausame, dunkle Seite, eher die andere Seite, also Auferstehung und Leben gefällt mir.
Inge Strobl (74)
Ohne, weil der Körper lenkt ab und man ist auf die Darstellung fixiert. Es ist ja nicht nur das Kreuz von Jesus, sondern auch mein eigenen Kreuz, das ich tragen muss.
Gerriet Bouvier (79)
Ohne. Das genügt als sakrales Zeichen.
Barbara Aschauer (73)
Ohne, weil man muss nicht immer den leidenden Jesus sehen.
Johann Schreilechner (70)
Mit, aber es kommt auf die Darstellung an. Mir gefällt ein Triumphkreuz - Jesus ist stärker als der Tod.
Olivia Vogl (9)
Mit, weil Jesus ist auf dem Kreuz gestorben und da will ich, daß gezeigt wird, daß Jesus noch da und bei uns ist.
Gertraud (67)
Mit, ich empfinde das nicht als abstoßend, es gehört zum Christentum dazu.
 
 

Ostern - Zeit der Erneuerung

Ostern ist wie ein kleines Weihnachten, nur nicht mit so viel Aufwand verbunden. Weihnachten ist wie ein Licht in der dunklen Jahreszeit – die Ankunft Jesus.

Der Zusammenhang zwischen Weihnachten und Ostern ist wie eine Gegenüberstellung von Geburt und Tod, Anfang und Ende. Aber im Sterben Christi liegt kein Ende, sondern die Auferstehung – ein Neubeginn.

Wenn die ersten Blumen blühen, die Sonne scheint wieder wärmer, die Natur erwacht zu neuem Leben – dann ist Ostern. In einer Zeit, in der sich die Welt mit so viel Kraft erneuert, wünschen auch wir uns Erneuerung.

Ist die Osterbeichte dafür ein geeignetes Mittel? Wann war ich das letzte Mal bei der Beichte? Und vor allem: was sage ich da? Kommt es auf die Form an „In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden“ oder soll ich einfach die 10 Gebote katalogmäßig abarbeiten?

Verstärkt durch die Fastenzeit ist es ein Warten und Sehnen nach Erneuerung. Einige machen eine Diät und finden neuen Schwung beim Sport in frischer Luft.

Viele finden ihren Ausdruck im Frühjahrsputz. Bei dem nicht nur eine äußerliche Reinigung im Vordergrund steht und die Wohnung in neuem Glanz erstrahlt, sondern man kann dabei auch die Gelegenheit wahrnehmen um seine Gedanken zu sortieren und neue Perspektiven zu überdenken.

Im Gartencenter trifft man auf Menschen, die Blumenerde kaufen und mit der Bepflanzung ihres Gartens beginnen. All das drückt den Wunsch nach Erneuerung aus.

Aber wir sollten uns auch auf Gott besinnen, der durch sein Sterben am Kreuz und durch die Auferstehung die Erlösung der Menschen und somit die Erneuerung schlechthin vollzogen hat.

Lassen wir uns vom Leuchten, das dieser Zeit innewohnt, anstecken und sehen wir das Sterben Jesus als eine Chance für uns alle!

Helga Tackner

 

Ich bin das Licht

Ich bin das Licht, aber Du willst mich nicht.
Ich leuchte – nicht nur für Dich.
Bin hell und rein, Hoffnung und Schein.
Gebe Wärme und Liebe, das Dunkel besiege.
Brauchst Du mich nicht?
Laß singen die Seele und jubeln das Sein,
feier das Leben, mit den Ahnen vereint.
Der Weg wird Dich leiten,
das Herz zu Dir spricht.
Dann wirst Du erkennen:
Ich bin das Licht.

Helga Tackner


Hier kommen Sie zu einer Gedichtanalyse des Autors