Pfingsten und der Heilige Geist

Pfingsten (bedeutet: fünfzigster Tag) ist ein christliches Hochfest, an dem das Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird. Der 50. Tag der Osterzeit – also 49 Tage nach dem Ostersonntag – bildet somit den feierlichen Abschluss der Osterzeit. Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte, Kapitel 2 erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot (bedeutet: zum 50. Tag) in Jerusalem versammelt waren. Das Christentum hat das Verhältnis zwischen diesen Festen vom Judentum übernommen in Anlehnung an den Abstand von 50 Tagen zwischen Pessach und Schawuot. Da jedoch im Christentum die Feste Ostern und Pfingsten wegen der Bedeutung des Auferstehungstages Jesu auf einen Sonntag gelegt wurden, wird bei der Zählung der fünfzig Tage der Ostersonntag als erster Tag berücksichtigt.
Die wunderbare Fähigkeit der Jünger, in anderen Sprache zu sprechen und andere Sprachen zu verstehen, steht für die Mission der Kirche, alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität und kulturellen Identität anzusprechen.

So weit so gut. Nun ist es aber nicht einfach, die Dreifaltigkeit und den Heiligen Geist zu verstehen. „Du sollst an einen Gott glauben“ und der ist nicht dreigeteilt, sondern vereint Gott Vater, Jesus und den Heiligen Geist in einem. Jesus ist der Teil Gottes, der uns Menschen nahe ist und durch den wir Gott mithilfe seiner Parabeln begreifen können. Der Heilige Geist ist jene Macht, die in uns wirkt, um ein Gefühl für Gott zu haben. Denn im Grunde kann man Gott nicht begreifen, man kann ihn nur gefühlt wahrnehmen. Man stelle sich einen Gott vor, der mehrere Möglichkeiten ausschöpft, uns zu erreichen. Durch den Heiligen Geist – der Atem Gottes – haucht er uns eine Kraft ein, die uns stärkt, antreibt und erfüllt. Bei der Firmung erbitten wir den Heiligen Geist und bekennen uns bewusst zu Gott. Der Heilige Geist ist also nicht ein Drittel von etwas, das auf der Welt herumschwirrt. Es ist der Geist Gottes, unsere Einstellung zu Gott, die Gegenwart Gottes in unserem Leben und nicht zuletzt tragen wir Gott in uns.

Und weil das alles schwer zu begreifen ist, versucht man sich immer mit Darstellungen – die ja nur Metaphern sind – abzuhelfen. Die bekannteste ist wohl das Symbol der Taube. Aber man kann den Heiligen Geist auch als Windhauch, Feuerzungen, fließendes Wasser oder Quelle beschreiben.
Beim Pfingstgottesdienst gab es dazu Lieder mit schönen Texten:

Atme in uns, Heiliger Geist
GL 346

Sende deinen Geist aus und alles wird neu
GL 839

Feuer und Flamme
GL 842

Komm herab, o Heiliger Geist
GL 847

Alle meine Quellen entspringen in dir
GL 891

Helga Tackner